Sooft die Sonne aufersteht,
Erneuet sich mein Hoffen
Und bleibet, bis sie niedergeht,
Wie eine Blume offen!
Dann schlummert es ermattet,
Geduldig mit ihr ein;
Doch wacht es fröhlich wieder auf
Mit ihrem ersten Schein!

Gottfried Keller (1819 - 1890)


Liebe Leserinnen, liebe Leser,

was für traumhaft schöne Tage. Zeit für den Balkon, Zeit für ein gutes Buch. Wir stellen Ihnen heute die aktuellen Romane zweier alter Bekannter der deutschen Literaturszene vor.
 
Sigrid Damm hat ihren Leser die Weimarer Klassik erläutert, Goethe, Schiller und ihre Familien beleuchtet. Nun ist ihre eigene Familiengeschichte dran: In „Im Kreis treibt die Zeit" (Insel Verlag, 22 Euro) setzt sich die Grand Dame der Deutschen Literatur mit ihrem Vater auseinander. Sie macht sich auf die Suche nach dem Menschen hinter ihrem Vater. Dabei umspannt sie die Zeit vom Kaiserreich bis zur DDR und der Deutschen Bundesrepublik. Ein sehr persönliches Buch.

In die Kaiserzeit nimmt auch Bernhard Schlink seine Leser mit. "Olga" (Diogenes, 24 Euro) will Lehrerin werden. Das ist damals schon ungewöhnlicher, und noch mehr Widerstände erlebt sie, weil sie taub ist. Doch die bemerkenswerte Frau setzt sich durch  – auch in ihrer Liebe, die ihr einiges abverlangt. Sie bewundert den Sohn eines reichen Gutsbesitzers, der als Offizier in den Kolonien am Völkermord beteiligt ist. Und auch ihr Sohn geht zur SS. Doch es gibt auch mildere Töne: Ferdinand kommt ins Spiel, ein ganz anderer Charakter.
 
Genießen Sie das wunderbare Wetter,

Ihr Team der
Buchhandlung Baumgärtner 
in Kehl
 
 
 
INHALT

   
  Neuerscheinungen
  Literatur im Fernsehen
  Literatur im Radio
   
   
   
Neuerscheinungen

 
BuchcoverMichael Chabon
Moonglow

Roman | Kiepenheuer & Witsch | 495 Seiten | 24,00 Euro | In seinem neuen Roman gibt der Pulitzerpreisträger Michael Chabon vor, vom Schicksal seines Großvaters zu erzählen. Allerdings nimmt er es dabei mit der Wahrheit nicht so genau, und liefert uns damit (wieder) eine herrlich turbulente, abenteuerliche Geschichte. Der 1917 geborene Großvater arbeitet während des Zweiten Weltkriegs für eine Spezialeinheit, die deutsche Wissenschaftler auftreiben soll und wird vor allem auf den Raketeningenieur Wernher von Braun angesetzt. Dem begegnet der Astronomie-Fan später noch einmal bei einem Raumfahrer-Kongress und ergattert von ihm sogar einen Job. Doch Chabon erzählt nicht chronologisch von diesem abwechslungsreichen Leben, sondern springt von den 50er Jahren (als der Großvater versucht, seinen Chef zu ermorden) in die Kindheit des Helden und dann an sein Totenbett. Mit großem Sprachwitz und Einfallsreichtum wird der Leser durch ein (semi-fiktives) Leben geführt. Dabei lernt er großartige Figuren kennen und wird immer wieder aufs Wunderbarste überrascht. (Aus dem amerikanischen Englisch von Andrea Fischer)



BuchcoverLina Meruane
Rot vor Augen

Roman | Arche | 208 Seiten | 20,00 Euro | Während einer Party bei Freunden in New York platzt einer jungen Frau die Netzhautader. Obwohl sie von ihrem Arzt auf die Möglichkeit dieses Ereignisses vorbereitet worden ist, erleidet sie einen Schock. Sie sieht das Blut in ihrem Auge, erst rot, dann schwarz, dann nur noch graue Schemen. Sie bezieht mit ihrem Freund Ignacio eine gemeinsame Wohnung und fliegt allein zu ihrer Familie nach Santiago de Chile, um die Zeit bis zu der alles entscheidenden Operation zu überbrücken. Ignacio holt sie ab und wird nach der OP zu einer existentiellen Entscheidung herausgefordert. Die Ich-Erzählerin und die Autorin sind fast identisch. Lina Meruane hat eine Fast-Erblindung erlebt, und sie gibt ihrer Protagonistin ihren Namen und ihren Beruf. Aus diesem autobiografischen Hintergrund ergibt sich die ungemein präzise Darstellung der Empfindungen und die emotional geladene Sprache. Sehr beeindruckend ist einerseits auch die Schilderung der Hilflosigkeit – auf Gefühle, Gerüche, Worte aus der Vergangenheit angewiesen zu sein – und andererseits die Forderungen, die aus der Hilflosigkeit an die Umwelt erwachsen. Aus Ohnmacht wird Macht. (Aus dem Spanischen von Susanne Lange)



BuchcoverWolfgang Hohlbein
Killer City

Thriller | Lübbe | 496 Seiten | 22,00 Euro | Der zwölfjährige Boy erhält von einem sterbenden Indianer nach der Schlacht von Gettysburg ein ganz besonderes Geschenk – das Geschenk des Großen Geistes. Damit geht, wenn Boy einen Menschen tötet, die noch nicht gelebte Lebenszeit dieses Menschen auf ihn über. Sein eigenes Leben wird somit verlängert. Als Erwachsener reist er später, im Jahr 1893, unter dem Namen Thornhill nach Chicago, wo gerade die Weltausstellung stattfindet. Bei den zahllosen Besuchern aus aller Welt wird er wohl genügend Opfer finden. Und tatsächlich ist seine Blutspur lange. Doch schneller als gedacht kommen ihm Zweifel an seinem Tun, und aus dem Jäger wird ein Gejagter, dessen Leben immer wieder in Gefahr gerät ... Wolfgang Hohlbein schildert Charaktere und Epochen absolut mitreißend. Sein leicht übersinnlicher Thriller zieht den Leser schnell in den Bann – packend!



BuchcoverDaniel Fehr
Woodlands. Das fabelhafte Legespiel

Brettspiel (ab 10) | Ravensburger | 2-4 Spieler | 36,99 Euro | Bei diesem Gesellschaftsspiel können zwei bis vier Spieler König Artus helfen, den Sachsenkönig zu besiegen, Jonathan Harker in der Auseinandersetzung mit Dracula unterstützen, Robin Hood in die Burg des Sheriffs führen oder Rotkäppchen vor dem bösen Wolf bewahren. Dazu baut man so schnell wie möglich auf seinem eigenen Brett mithilfe von Karten eine Landschaft auf, die dem Helden den Weg frei macht. Soldaten, Waldbrände oder Spinnennetze sollte man dabei möglichst umgehen! Das wird in jeder Runde schwieriger – und lässt sich durch Zusatzkarten beim nächsten Spieleabend noch einmal komplexer gestalten. Strategie, Schnelligkeit und Kombinationsgabe entscheiden, ob diese Geschichten ein gutes Ende nehmen. Eine pfiffige Spielidee und einfache Regeln sorgen für viele Runden Spaß!



BuchcoverSara Holland
Everless. Zeit der Liebe

Jugendbuch (ab 14) | Oetinger | 382 Seiten | 18,00 Euro | Die junge Jules lebt mit ihrem Vater, einem Schmied, in ärmlichen Verhältnissen; es wird jeden Tag schwieriger, die Abgaben an die reiche Familie Gerling bezahlen zu können. Und die Währung ist die Lebenszeit, die über Blutentnahme abgezogen wird. Eines Tages entschließt sich Jules, in die Stadt Everless zu ziehen, um am Hofe der Gerlings als Dienerin zu arbeiten – ausgerechnet bei der Familie, vor der alle zittern. Bald darauf ist Jules gefangen in einem Strudel aus Neid, Liebe, Intrigen, Macht und dem Kampf um Zeit. Auch ihrer eigenen Familiengeschichte will sie auf den Grund gehen, was für ihr Schicksal ganz entscheidend ist ... Sara Holland erzählt ruhig und elegant und kann mit ihrem überzeugenden Setting ganz schnell fesseln. - Der der erste Band der neuen Everless-Reihe. (Aus dem Englischen von Jessika Komina und Sandra Knuffinke)

 
 
 
Literatur im Fernsehen

 
Do, 19. April
23:05    mdr    Erich Kästner - Das andere Ich   
Mit "Emil und die Detektive" revolutioniert Erich Kästner die Kinderbuchliteratur. In der Weimarer Republik steigt er rasch als Redakteur, Schriftsteller und Drehbuchautor auf. 1933 werden seine Bücher verbrannt. Dennoch wandert er nicht aus, veröffentlicht unter Pseudonym und im Ausland. In der Nachkriegszeit ist Kästner eine moralische Instanz. Doch er kann an seine früheren Erfolg nicht mehr anknüpfen, verstrickt sich in Liebesaffären und bekämpft seinen Frust mit Alkohol.
23:30    NDR    Der große Kater    CH, D 2009
Der Schweizer Bundespräsident, von allen nur "großer Kater" genannt, steckt in der Klemme: Die Wahl steht bevor und laut Umfragen stehen seine Chancen nicht besonders gut. Von einem Treffen mit dem spanischen Königspaar erhofft er sich mediale Aufmerksamkeit und einen Popularitätsschub. Er ahnt nicht, dass ausgerechnet sein engster Vertrauter Pfiff eine Intrige gegen ihn spinnt, um selbst an die Macht zu kommen. - Romanverfilmung nach Thomas Hürlimann.

Fr, 20. April
23:25    ZDF    Das literarische Quartett   
Volker Weidermann lädt gemeinsam mit Christine Westermann und Thea Dorn erneut zum Disput über Bücher: Wie immer mit vier Neuerscheinungen im Gepäck. Gast ist die Literaturkritikerin Katharina Teutsch. Die vier Literaturexperten diskutieren über die aktuellen Bücher von Eshkol Nevo, Johann Scheerer, Éric Vuillard und Serhij Zhadan. 

Sa, 21. April
11:10    ONE    KINO FAVORITEN. Literatur im Kino - Die großartigen Sieben   
KINO Favoriten präsentiert die sieben besten Literaturverfilmungen deutscher Autoren. Von Thomas Mann bis Heinrich Böll, vom Blockbuster bis zur Komödie, die sehr persönliche Auswahl literarischer und filmischer Schätze.
20:15    ONE    Rebecka Martinsson - Weiße Nacht    S 2017
Die junge Karriereanwältin Rebecka Martinsson kehrt zu einer Beerdigung in ihren nordschwedischen Heimatort Kurravaara zurück. Dort nimmt die Gemeinde Abschied von der engagierten Pfarrerin Mildred, die bei einem Sturz ums Leben kam. Als Rebecka in Mildreds Nachlass einen Ordner mit Drohbriefen findet, kommen ihr Zweifel an dem Unfalltod. Wie sich zeigt, hatte die Ermordete nicht nur ihre Geheimnisse, sondern auch einige Feinde. Ins Visier geraten ein gewalttätiger Ehemann, dessen Frau bei der Pfarrerin Zuflucht gesucht hatte, und örtliche Jäger, mit denen sie wegen eines Streits um kirchliche Grundstücke im Clinch lag. - Nach der gleichnamigen Romanvorlage von Bestsellerautorin Åsa Larsson.
21:35    3sat    Jane Eyre    GB 2011
Die Erzählkraft von Charlotte Brontës weltberühmtem Roman wurde hier glänzend umgesetzt. Cary Joji Fukunagas Neu-Interpretation von 2011 stellt viele Verfilmungen dieses viktorianischen Stoffes in den Schatten. Geschickt erzählt er Jane Eyres Kindheit und Jugend in kurz skizzierten Rückblenden und sorgt so für zusätzliche Spannung und Dramatik. Eine der stärksten filmischen Umsetzungen des Klassikers, der bei aller Romantik auch seine mysteriösen und schaurigen Momente hat.
21:45    hr    Zwei an einem Tag    USA 2011
Emma und Dexter begegnen sich am 15. Juli 1988. Nach einer feuchtfröhlichen Examensfeier verbringen sie die Nacht miteinander, werden aber nur ziemlich beste platonische Freunde. In den kommenden zwei Jahrzehnten sehen sie sich jeweils an "ihrem" Tag wieder, um einander die wichtigsten Neuigkeiten zu berichten. Dex mutiert in dieser Zeit zum drogenabhängigen Frontmann einer niveaulosen TV-Sendung, derweil Emma als Kellnerin in einem schäbigen Schnellrestaurant unter ihren Möglichkeiten bleibt. Irgendwann wird beiden klar, was sie wollen. - Nach dem gleichnamigen Bestsellers von David Nicholls.

So, 22. April
10:30    3sat    lesenswert quartett. Denis Scheck im Gespräch mit Insa Wilke, Ijoma Mangold und Katja Gasser   
Denis Scheck moderiert das traditionsreiche "lesenswert quartett". Wie immer sind Ijoma Mangold, Literaturchef der "Zeit", und die Literaturkritikerin Insa Wilke mit dabei. Gast im Quartett ist dieses Mal Katja Gasser aus Wien. Sie leitet beim ORF das Literaturressort und war Jury-Sprecherin des Deutschen Buchpreises 2017. 

Di, 24. April
00:00    NDR    Bücherjournal   
Das Bücherjournal präsentiert seit mehr als 30 Jahren Neues vom Büchermarkt: deutsche und internationale Romane und Sachbücher, vom Bestseller bis zum Geheimtipp.

Mi, 25. April
21:50    arte    Israel erzählt   
Gibt es einen besseren Spiegel einer Gesellschaft als ihre Schriftsteller? Ein Spiegel ihrer Geschichte, ihrer Ängste, ihrer Hoffnungen; ein Spiegel dessen, was sie zusammenhält und was sie spaltet. In der Dokumentation zeichnen zehn israelische Schriftsteller das fesselnde Porträt ihres Landes. In der Gegenwartsliteratur offenbart sich ein anderes Bild als das, welches man aus den Nachrichten kennt.
 
 
Literatur im Radio

 
Do, 19. April
22:03    SWR 2    Die Scheintoten | Nach dem gleichnamigen Theaterstück von Hermann Burger
Das Hotel "Zur kalten Herberge" liegt unter dem Zentralfriedhof und ist eine Mischung aus Metro-Station, Stundenhotel und Klinik. Die Gräber sind durch ein Achterbahnschienensystem mit einem Mundloch verbunden, durch welches die Scheintoten in diese Unterwelt gelangen. Sie werden von Primarius Schrempf und seiner Assistenzärztin Melitta, der heimlichen Herrscherin, reanimiert und final einquartiert. Alle Gäste haben das Leben hinter sich und das Scheintoten-Schicksal in sich und vor sich. Wen wundert es, dass sie in dieser tiefschwarzen Groteske ihr altes Leben versuchen weiterzuleben: der Pfarrer, der Ferrari-Pilot, der Klaviervirtuose, der Zauberer. Auch der neu eingetroffene Schriftsteller Stocker, der gerade einen dilettantischen Selbstmord begangen hat. Er wird in seiner Depressionskarriere nicht unbedingt hier vom Wege abweichen.

Fr, 20. April
19:30    Deutschlandfunk Kultur    Mit einer Art innerer Flamme. Die Erzählungen des Emmanuel Bove | Von Bettina Augustin
Er sprach, nach seiner Biografie gefragt, von einer "Scham, welche mich daran hindert, von mir selbst zu reden". Schon mit seinem ersten Roman ‚Meine Freunde' gelang Emmanuel Bove, der 1898 als Sohn eines mittellosen russischen Emigranten und eines luxemburgischen Dienstmädchens in Paris geboren wurde, der literarische Durchbruch - ein Meisterwerk, das einen ganz eigenen Ton anschlägt und keinem Vorbild, keiner literarischen Richtung zugeordnet werden kann. Bove galt als Star, wurde nach seinem Tod 1945 vergessen und erst Ende der 1970er-Jahre in Frankreich wiederentdeckt. Peter Handke übersetzte seine Bücher ins Deutsche.

Sa, 21. April
15:05    Bayern 2    Der Kongress reitet - Eine akustische Moritat | Von Roland Topor
Roland Topor - der "Sonntagsmaler des Grauens" - nimmt keine Rücksicht auf empfindliche Gemüter. Die Dinge werden beim Namen genannt. Ein Kongress tagt in der Stadt. Der Angestellte Joko weigert sich zunächst, die Kongressteilnehmer huckepack zu befördern - auch wenn dafür ein ansehnlicher Batzen Geld winkt. Doch als Joko merkt, dass er mit dieser Haltung alleine dasteht, ist sein Stolz schnell gebrochen. Es dauert nur wenige Wochen und Joko gilt als das eifrigste, stärkste, beliebteste Reittier. Er schmeißt sich dermaßen ins Joch, dass er buchstäblich mit seinen Peinigern zusammenwächst. Aber auch die Herren sind so fasziniert von ihrem Knecht, dass sie sich nicht mehr von ihm lösen können.

Sa, 21. April
21:05    ndr Info    Marais-Fieber (1/2) | Nach dem gleichnamigen Roman von Léo Malet
1955 im Pariser Marais-Viertel. In chronischen Geldnöten sucht der Privatdetektiv Nestor Burma einen bekannten Pfandleiher auf. Sein diskreter Besuch führt ihn zu einem Mord-Schauplatz, an dem er ungewollte Spuren hinterlässt. Er hat in der Folge seine liebe Not, diese Spuren ins rechte Licht zu rücken und den möglichen Tätern auf die Schliche zu kommen. Sie sind nicht nur unter den Ganoven zu suchen, deren Hehlergeschäfte der erdolchte Pfandleiher heimlich betrieb. Burmas kriminalistischer Streifzug durchs 3. Arrondissement führt geradewegs ins bürgerliche Milieu mit seinen unbürgerlichen Heimlichkeiten.
 
 
 
 
 
 
 
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